geplant

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Eine offene E-Mail per Internet

An:
gensfleisch.gutenberg
@heaven-print.com


Lieber Herr Gutenberg,

erfinden Sie eigentlich immer noch? Dann legen Sie doch mal eine Pause ein. Es ist Mail für Sie da. Mit der irdischen Schneckenpost sind Sie ja nicht zu erreichen. Sie sind ja so weit weg. Also versuche ich es mit dem allerneusten Nachrichtenmittel, dem Internet. Was mir neulich passiert ist, das muss ich Ihnen schreiben.

Ich saß vor meinem Setzkasten und hatte eine Schreibblockade. Die Taste ist immer noch nicht erfunden, die einem da weiterhilft. Ich war frustriert. Um mich abzulenken, ging ich mit den Fingern über der Tastatur auf Entdeckungsreise. Ohne das richtige Maß für den praktischen Gebrauch der Buchstaben einzuhalten, manipulierte ich mutwillig die Größe der Schrift. Das kann ich tun auf meinem Personal Computer. Schriftart: Times Roman. Schriftgrad: 1600 (statt 12). Ich drückte die Enter-Taste, und mein sowieso schon nur spärlich vorhandener Text war mit einem Mal verschwunden. Vom unteren Bildschirmrand ragte stattdessen der elegant geschwungene Sockel einer griechischen Säule auf. Ich schob mich mit ein paar Mausklicks dem schwarzen Säulenkörper hoch, der durch einen waagerechten Balken unterbrochen wurde, sich dann aber doch weiter fortsetzte, bis am Ende der Säule, wie an den Bogen einer Straßenlampe, ein sehr ästhetischer Wassertropfen angehängt war. Kleines " f ", leicht zu erraten. Beim nächsten Buchstaben verlor ich in den Schlingen und Rundungen die Übersicht, bis mich das Schieben der weißen und schwarzen Flächen vollends verwirrte und ich den Schriftgrad auf 600 reduzierte. Jetzt erkannte ich, dass es ein " g " war. Das übergroße " % " hatte Stil und das Design des kaufmännische " & " weckte in mir erotische Gefühle. Auch beim Wechsel von der "barocken" Times Roman zur klaren, schnörkellosen Century Gothic war ich nicht weniger begeistert. Was für eine Eleganz, was für eine Schönheit der Buchstaben. In diesem Moment musste ich einfach an Sie denken.

( ... )

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Eine offene E-Mail per Internet

An:
lieber.gott@heaven.gov


Lieber Hr. Gott,

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Eine offene E-Mail per Internet

An:
sigmund.freud
@soul-research&repair.net

Lieber Hr. Prof. Dr. Freud,

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Buch


Was Außerirdisches !
Science Fiction ?


Das hatten wir doch schon. 27 Jahre alleine auf einer einsamen Insel, weit draußen im Ozean. Keine allzu originelle Geschichte, heutzutage. Ist ja auch kaum mehr vorstellbar, bei GPS und all den Kameraaugen in der Erdumlaufbahn. Echte Abenteuer sind doch nur noch in den unendlichen Weiten des Alls möglich. Neugierig darauf? Dann gehen sie doch mit auf eine Zeitreise und trauen sich den unvermeidlichen Zivilisationssprung zu! Erzählt wird von einer Welt, die, vorsichtig gesagt, paradiesisch wunderbar, aber überhaupt nicht wunderlich dumm, seltsam fantastisch oder komplett unglaubwürdig ist. Außerirdische mit merkwürdig deformierten Köpfen und alles entscheidende galaktische Kriege kommen nicht vor. Versprochen! Die Rede ist von den Dingen des Alltags in 300 Jahren, von Menschen, die uns gar nicht so fern und fremd sind, von R.C., von dem, was ihn bewegt, was ihn antreibt - von einer abenteuerlichen Geschichte also, die er selber erlebt hat, die in die Zeit paßt.